Alkoholtester der Polizei in Österreich: Welche Geräte im Einsatz sind

Kurz gesagt: Die Polizei in Österreich kontrolliert in zwei Stufen. Zuerst kommt ein Alkoholvortest mit einem handlichen Gerät, etwa dem Envitec AlcoQuant 6020 Plus. Ist er positiv, folgt der Test mit dem geeichten Alkomaten – erst dieses Ergebnis zählt rechtlich. Für den privaten Selbsttest reicht ein genauer Alkoholtester mit elektrochemischem Sensor, wie ihn die TU Wien getestet hat.

Vortest oder Alkomat: Was ist der Unterschied?

Viele sprechen bei jeder Atemkontrolle vom „Alkomaten“. Rechtlich sind es aber zwei verschiedene Geräte mit unterschiedlicher Bedeutung:

Alkoholvortest Alkomat-Test
Gerät Handliches Vortestgerät Geeichtes, beweissicheres Messgerät
Rechtlich verbindlich? Nein – nur ein Hinweis Ja – Grundlage für Strafe und Führerscheinentzug
Verweigern? Keine Strafe, aber dann folgt direkt der Alkomat-Test Strafbar – wird wie über 1,6 ‰ behandelt
Wartezeit Keine 15 Minuten nach dem letzten Alkoholkonsum

Beim Alkomaten wird so lange geblasen, bis zwei verwertbare Messungen vorliegen – gewertet wird der niedrigere Wert.

Welche Alkoholtester verwendet die Polizei in Österreich?

Welche Geräte die Polizei für den Vortest verwenden darf, regelt die Alkoholvortestgeräteverordnung. Zugelassen sind dort:

  • Envitec AlcoQuant 6020
  • Envitec AlcoQuant 6020 Plus – das aktuelle Modell
  • AlcoTrue P

Den Envitec AlcoQuant 6020 Plus können Sie bei uns auch selbst kaufen – es ist genau das Gerät, das bei Verkehrskontrollen als Vortester im Einsatz ist. Er misst mit einem elektrochemischen Sensor, ist für den Dauereinsatz gebaut und eignet sich besonders für Betriebe, Fuhrparks, Behörden und Veranstaltungen, bei denen viele Personen getestet werden.

Lohnt sich ein Polizei-Alkoholtester für den privaten Gebrauch?

Das hängt davon ab, wie oft Sie messen:

  • Viele Messungen, mehrere Personen, beruflicher Einsatz: Der Envitec AlcoQuant 6020 Plus ist robust, schnell und auf hohe Stückzahlen ausgelegt.
  • Gelegentlicher Selbsttest vor der Autofahrt: Hier brauchen Sie kein Behördengerät. Entscheidend ist ein elektrochemischer Sensor – günstige Halbleiter-Geräte sind deutlich ungenauer. Der ACE X erreichte in der Studie der TU Wien 2019 eine Richtigkeit von 99,1 % und wurde Testsieger, der ACE Q 2026 eine Richtigkeit von 98,7 %.

Alle Modelle im direkten Vergleich finden Sie in unserem Alkomat-Modellvergleich.

Kann ich mich auf meinen eigenen Alkoholtester verlassen?

Ein guter Alkoholtester gibt Ihnen eine verlässliche Einschätzung – rechtlich zählt im Ernstfall aber nur der geeichte Alkomat der Polizei. Damit Ihr Ergebnis möglichst genau ist:

  • 15–20 Minuten warten nach dem letzten Schluck, Essen oder Rauchen. Restalkohol im Mund verfälscht sonst das Ergebnis nach oben.
  • Gleichmäßig und lange genug blasen, bis das Gerät die Messung bestätigt.
  • Immer ein frisches Mundstück verwenden.
  • Regelmäßig kalibrieren lassen. Elektrochemische Sensoren altern – wie oft und warum, erklären wir auf unserer Seite zur Kalibrierung.
  • Mit Puffer planen: Liegt Ihr Wert knapp unter der Grenze, fahren Sie besser nicht. Der Alkoholgehalt kann nach dem Trinken noch eine Weile steigen, und der Körper baut nur langsam ab.

Promillegrenzen und Strafen in Österreich

Für die meisten Lenker liegt die Grenze bei 0,5 Promille. Für Probeführerschein-Besitzer sowie Lkw- und Buslenker gilt 0,1 Promille. Die Polizei misst den Atemalkohol in mg/l: 0,5 mg/l Atemalkohol entsprechen 1 Promille im Blut, 0,25 mg/l also 0,5 Promille.

Promille Geldstrafe Führerschein
0,5–0,79 ‰ 300–3.700 € Vormerkung beim ersten Mal, bei Wiederholung Entzug möglich
0,8–1,19 ‰ 800–3.700 € Mindestens 1 Monat, plus Verkehrscoaching
1,2–1,59 ‰ 1.200–4.400 € Mindestens 4 Monate, plus Nachschulung
ab 1,6 ‰ oder Verweigerung 1.600–5.900 € Mindestens 6 Monate, Nachschulung, Amtsarzt und verkehrspsychologische Untersuchung

Quelle: ÖAMTC, Stand Oktober 2026. Bei einem Unfall kommen oft hohe Forderungen der Versicherung dazu. Alle Angaben ohne Gewähr – keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Polizeikontrolle den Vortest machen?

Die Verweigerung des Vortests ist nicht strafbar. Die Polizei kann Sie dann aber direkt zum Alkomat-Test auffordern – und dessen grundlose Verweigerung wird so bestraft wie eine Fahrt mit über 1,6 Promille.

Ist der Envitec AlcoQuant 6020 Plus ein „echter“ Polizei-Alkomat?

Er ist das von der Polizei verwendete Vortestgerät. Der beweissichere Alkomat ist ein größeres, geeichtes Gerät, das nur Behörden verwenden. Für Betriebe und Privatpersonen ist der AlcoQuant 6020 Plus das professionellste Gerät, das man kaufen kann.

Zählt das Ergebnis meines eigenen Alkoholtesters bei der Polizei?

Nein. Ein privates Messergebnis ist keine Rechtsgrundlage, weder zu Ihren Gunsten noch zu Ihren Lasten. Es hilft Ihnen aber, vorher richtig zu entscheiden, ob Sie fahren.

Wie genau sind private Alkoholtester?

Sehr unterschiedlich. In der unabhängigen Studie der TU Wien erreichten Geräte mit elektrochemischem Sensor eine Richtigkeit von bis zu 99 %. Billige Geräte mit Halbleitersensor sind deutlich ungenauer und reagieren auch auf andere Stoffe in der Atemluft.

Wie lange bleibt Alkohol im Körper?

Der Körper baut im Schnitt nur etwa 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde ab – je nach Person auch weniger. Wer abends viel getrunken hat, kann am nächsten Morgen noch über der Grenze liegen. Ein Test vor der Fahrt schafft hier Klarheit.

Unsere Empfehlung: Für Betriebe, Fuhrparks und häufige Tests der Envitec AlcoQuant 6020 Plus. Für den privaten Selbsttest der ACE X (Testsieger TU Wien) oder als Preis-Leistungs-Tipp der ACE Q. Zum Modellvergleich →

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Alkomatshop-Wien übernimmt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben. Gesetzliche Grenzwerte und Strafen können sich ändern; maßgeblich sind ausschließlich die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Der Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Das Messergebnis eines privaten Alkoholtesters ist ein Richtwert und keine Garantie für Fahrtüchtigkeit – im Zweifel gilt: nicht fahren.

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